Time Machine Ruppendorf
Die Ruppendorf Time Machine
Wie ein Dorf mit 700 Einwohnern zum Vorreiter digitaler Kulturvermittlung in Europa wird – durch Mitgliedschaft im Time Machine Netzwerk und einem gewonnenen EU-Förderprojekt.
Ruppendorf im Time Machine Netzwerk
Am 27. April 2025 wurde Ruppendorf offiziell Mitglied der Time Machine Organisation – einem europäischen Netzwerk aus Wissenschaft, Technologie und Kulturerbe. Ein Datum mit symbolischer Tiefe: exakt 386 Jahre nach dem Brand vom 27. April 1639, als schwedische Truppen das Dorf niederbrannten.
Ziel der Mitgliedschaft ist es, Ruppendorfs historisches Erbe dauerhaft digital zu bewahren, für künftige Generationen zugänglich zu machen und von europäischen Partnernetzwerken, Infrastrukturen und Förderprogrammen zu profitieren – die sonst nur großen Institutionen offenstehen.
Was ist die Time Machine Organisation?
Die Time Machine Organisation (TMO) mit Sitz in Wien ist ein europäisches Netzwerk aus Wissenschaft, Technologie und Kulturerbe. Ihr Ziel: die „Big Data of the Past“ schaffen – ein verteiltes digitales Informationssystem, das die soziale, kulturelle und geografische Entwicklung Europas über Jahrhunderte kartiert. Als Local Time Machine bettet Ruppendorf seine Ortsgeschichte in dieses gesamteuropäische Vorhaben ein.
Ein Dorf mit 700 Einwohnern – Mitglied in einem europäischen Netzwerk, das Europas kulturelles Gedächtnis für die Zukunft sichert.
Das gewonnene EU-Projekt
Als TMO-Mitglied beteiligte sich Ruppendorf am 3DBigDataSpace Outreach Call – und gewann. Im März 2026 startete das Projekt offiziell. Aus allen europäischen Bewerbungen wurden nur zwei Projekte ausgewählt.
Das Projekt macht die Wasserburg Ruppendorf – erstmals urkundlich erwähnt 1349 – mit modernsten 3D- und 4D-Technologien der Time Machine Organisation digital erlebbar. Bereiche, die seit Jahrzehnten physisch unzugänglich sind, werden erstmals wieder zugänglich: virtuell, interaktiv, für alle.
„The Ruppendorf Time Machine: Exploring Centuries of Local History“ wurde als eines von nur zwei Projekten europaweit ausgewählt. Jedes ausgewählte Projekt erhält 10.000 Euro Förderung sowie direkten Zugang zu den 3DBigDataSpace-Werkzeugen. Laufzeit bis KW 26, Juni 2026. Geleitet vom Ortsbeirat Ruppendorf – Projektleiter Dipl. Geogr. Mario Hehne.
Das zweite ausgewählte Projekt ist „The Golden Bond: Unfolding the Kapulukaya Hoard“ vom Fachbereich für Geschichtswissenschaften „Federico Chabod“ der Università degli Studi di Milano, geleitet von Prof. Dr. Sinem Aslan, Associate Professor of Computer Science.
Was entsteht – die drei Arbeitspakete
Das Projekt entwickelt drei interaktive Module, die die Wasserburg gemeinsam digital erschließen. Jedes Modul richtet sich an eine andere Zielgruppe und nutzt unterschiedliche Werkzeuge der Time Machine Organisation.
Eine Schatzsuche mit 5 versteckten Fundstellen im 3D-Modell der Ruine. Nur der jeweils aktuelle Hotspot ist sichtbar – erst wenn das Kind ihn findet und antippt, wird der nächste freigeschaltet. An jedem Punkt: Bild, Text und Audio.
Ein Zeitslider wechselt zwischen 7 historischen Zeitschnitten. Das passende 3D-Modell wird mit Evidenzgraden angezeigt – transparent nach Quellenlage bewertet. Das Jahr 1349 ist als historische Quelle eingebunden; ein eigenes 3D-Modell ist für spätere Phasen vorgesehen.
Der seit Jahrzehnten unzugängliche Turm-Innenraum (Zugang ca. 6 m über dem Boden) wird erstmals digital erlebbar. Per Button umschaltbar zwischen dem heutigen Zustand und der historischen Rekonstruktion um 1600.
Die Ergebnisse im Digitalen Dorfmuseum
Die fertigen 3D-Modelle, der interaktive Zeitslider und alle Module werden nach Projektabschluss im Digitalen Dorfmuseum Ruppendorf dauerhaft und frei zugänglich veröffentlicht – für Einwohner, Besucher, Schulen und Forschende.
Ein digitales Dorfmuseum mit 3D-Rekonstruktionen, spatio-temporalem Zeitslider und gamifiziertem Entdecker-Modus: Das gibt es in einem Dorf dieser Größe europaweit bislang nicht. Ruppendorf setzt damit einen neuen Maßstab.
Zum Digitalen Dorfmuseum – Wasserburg ↗Ergebnisse ab Mai 2026